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Ionenaustauscher-Anlagen Enthärtungsanlagen »
Auslegungsdetails
und Betriebsbedingungen Bei der Auslegung der Enthärtungsanlagen (EH-Anlagen)
wird grundsätzlich unterschieden zwischen Ein- und Zwei- bzw. Mehrstraßenanlagen.
Nur die Zwei-/Mehrstraßen-Enthärtungsanlage bietet zu jeder Zeit enthärtetes
Wasser. Die Einstraßen-Enthärtungsanlage liefert während der
Regeneration für etwa zwei Stunden kein enthärtetes Wasser. Die Straßenkapazität Kerf [mol] der Enthärtungsanlage
wird durch den geforderten Volumenstrom
Kerf
= Bei der Auslegung der Anlage ist zu berücksichtigen,
dass die maximale lineare Strömungsgeschwindigkeit im Druckbehälter in
dem sich das Ionenaustauscherharz befindet - 40 m/h beträgt. Der
dazugehörige Volumenstrom im Druckbehälter muss immer größer als der
geforderte Volumenstrom sein (bzw. genauso großlter Die Rohrleitungsnennweite hingegen ist durch den höchstzugelassenen
Volumenstrom im Rohrleitungssystem Bei den Rohr- und
Armaturwerkstoffen stehen sich hohe Umweltverträglichkeit mit höheren
Kosten für PP und niedrige Kosten für PVC gegenüber. Daneben bietet
PP eine bessere Beständigkeit gegen höhere Temperaturen und organische
Lösungsmitteln. Bei der Verwendung von Edelstahl werden die Vorteile
von PP durch die Möglichkeit, eine Sterilisation der Rohrleitungen auch
mit chemischen Mitteln durchzuführen, erweitert. Die Regeneration der Enthärtungsanlagen
erfolgt mit Kochsalzlösung. Die Regenerationsauslösung bei den Enthärtungsanlagen
kann zeit-, mengen- oder qualitätsabhängig erfolgen. Bei industriellen
Anlagen und konstanter Rohwasserqualität wird gewöhnlich die mengenabhängige
Regenerationsauslösung gewählt, wobei eine Resthärtemessung mittels
Prozesstitrator als Qualitätsüberwachung eingesetzt werden kann. Bei wechselnden Rohwasserqualitäten
wird eine qualitätsabhängige Regenerationsauslösung empfohlen. Die
Regeneration erfolgt aus wirtschaftlichen Gründen im Gegenstrom. Standardmäßig werden hochwertige
Ionenaustauscherharze monosphärischer Qualität verwendet. Diese Harze
ermöglichen eine fast vollständige Beladung bis zum Härtedurchbruch,
eine optimale Regeneriermittelausnutzung und eine um ca. 30% geringere
Spülwassermenge im Vergleich zu herkömmlichen Ionenaustauscherharzen.
Bei durchschnittlichen Wasserqualitäten beträgt die Abwassermenge nur
ca. 1% der erzeugten Reinwassermenge. Die unter strengen Qualitätsnormen
hergestellten Druckbehälter mit PE - Innenverkleidung genügen
chemisch, mechanisch und hygienisch höchsten Ansprüchen. Sie sind beständig
im Sinne des deutschen Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes und
für Betriebstemperaturen bis 50°C und Betriebsdrücken bis 10 bar
ausgelegt. Die Lebensdauer bei Druck - Entspannung im Bereich von 0 bis
10,5 bar beträgt mindestens 250.000 Zyklen. Für die Steuerung des Betriebs-
und Regenerationsablaufes stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Vorzugsweise werden über eine Folientastatur programmierbare
Mikroprozessorsteuerungen mit dauerhafter Speicherung der Betriebsdaten
eingesetzt, aber auch eine individuell auf die Kundenanforderung
abgestimmte speicherprogrammierbare Steuerung ist möglich. » Anlagen
- Fließschema In der nachfolgenden Abb. 3 ist das Fließschema einer
Zweistraßen - Enthärtungsanlage dargestellt. Die betriebsbereite Anlage besteht aus folgenden
Baugruppen: 1.
Druckbehälter mit Austauscherharzfüllung und innerem
Verteilersystem 2.
Gestell mit Verrohrung 3.
Zentralsteuerventilen 4.
Salzlöse- bzw. Solebehälter mit Einbauten 5.
Salzlöseventilen 6.
Betriebsventilen 7.
Kontaktwassermengenzähler 8.
Rohrtrenner als Sicherheitsarmatur nach DIN 1988 zum Schutz
des Trinkwassers vor dem Rückfließen von Betriebswasser 9.
Feinfilter zum Schutz der Anlage bei besonders trübstoffreichem
Wasser 10.
Absperrarmaturen, Manometern, Probenahmehähne 11.
Mikroprozessorsteuerung (optional SPS) Es sind insgesamt 3 Volumenströme vorhanden: das
Einspeisewasser, das enthärtete Wasser und das Abwasser, welches bei
der Regeneration anfällt.
Die Entcarbonisierungsanlage arbeitet im 2-Straßen-Pendelbetrieb.
Das vom Rohwassereingang eintretende Hartwasser fließt der in Betrieb
befindlichen Straße (z.B. Straße 1) zu und gelangt über das
Zentralsteuerventil in das obere Verteilersystem des Druckbehälters.
Das Wasser durchströmt das Harzbett von oben nach unten, wobei die Härte
bildenden Ionen Ca²+
und Mg²+ dem Wasser entzogen und gegen Na+--Ionen ausgetauscht werden.
Im unteren Teil des Harzbettes tritt das enthärtete Wasser aus und wird
über das untere Verteilersystem aus der Druckflasche befördert. Über
den Weichwasserausgang des Zentralsteuerventils fließt das Wasser zum
Verbraucher. Sobald die Straße erschöpft ist, wird automatisch eine
Regeneration ausgelöst und die in Reserve stehende Straße geht in
Betrieb. Die Regeneration der erschöpften Straße findet in 3
Schritten statt. Im ersten Schritt wird das Harzbett von unten nach oben
über das Zentralsteuerventil mit Wasser rückgespült. Im zweiten
Schritt findet die Regeneration ebenfalls von unten nach oben mit NaCl-Lösung
statt. Hierfür wird gesättigte Sole (24%ig) über einen im
Zentralsteuerventil vorhandenen Injektor angesaugt und mit Wasser verdünnt.
Die erforderliche Solemenge wird am Soleventil über einen Schwimmer
eingestellt. Bei einer Vollbesalzung wird die Sole bis zu einer Höhe
des Einlaufs am unteren Ventilkörper abgesaugt
(ca. 10 cm oberhalb des Behälterbodens). Um sicher zu gehen, dass keine restliche Sole zum
Verbraucher gelangt, wird das Filtermaterial im letzten Schritt mit erhöhter
Wassermenge in Betriebsrichtung gespült. Je nach Regenerationsschritt werden im
Zentralsteuerventil unterschiedliche Fließwege geöffnet. Das während
der Regeneration verbrauchte Wasser gelangt ins Abwasser. »
Anwendungsbereiche Trinkwasseraufbereitung
bei hartem Wasser Trinkwasser mit hohem Gehalt an Erdalkaliionen (in der
Regel ab 2,5 mol/m3, entspr. einem sog. Härtegrad von 7°dH)
neigen zur Wassersteinbildung in Versorgungsleitungen,
Warmwassererzeugern und sanitären Einrichtungen. Für die
Trinkwasserversorgung in größeren Gebäuden ist daher eine Enthärtung
mit Verschneidung auf mind. 1,5 mol/m3 zu empfehlen. Speisewasseraufbereitung für Dampferzeuger Beim Kesselbetrieb für Dampferzeugung ist die Betriebsweise mit erdalkalifreiem Wasser im Interesse einer ablagerungsfreien Betriebsweise zwingend vorgeschrieben. Wenn auf Grund hoher Alkalität im Rohwasser eine wirtschaftliche Eindickung nicht betrieben werden kann, ist zusätzlich eine Entcarbonisierung vorzuschalten. Speisewasser für Heißwasserkreisläufe Zur
Vermeidung von Steinbildung in Warmwasserheizanlagen ist das
Speisewasser gem. Richtlinie VDI 2035 in Abhängigkeit von
Kesselleistung und Steinbildungstendenz aufzubereiten. Eine kostengünstige
Maßnahme ist dabei die Enthärtung. Bei hohen Salzgehalten im Rohwasser
ist eine Entsalzung, z.B. durch Umkehrosmose, vorzuziehen. Speisewasseraufbereitung für Rückkühlwerke und
Luftwäscher Der
entscheidende Kostenfaktor bei dem Betrieb von Rückkühlwerken und
Luftwäschern ist der Verbrauch (die Verschwendung) von Wasser und
Abwasser. Enthärtetes Wasser erlaubt in der Regel den Betrieb mit höherem
Eindickungsfaktor. Mittels einer Verschneidevorrichtung muss das
Speisewasser auf ein Optimum zwischen Ablagerungstendenz und Korrosivität
eingestellt werden. Rohwasser mit hoher Alkalität sollte aus
wirtschaftlichen Gründen eher entcarbonisiert oder entsalzt werden. Enthärtung als Vorstufe zur Umkehrosmose Die
Umkehrosmose ist ein technisch wenig aufwendiges Entsalzungsverfahren,
bei dem das Speisewasser aufkonzentriert wird. Die vorgeschaltete Enthärtung
zur Vermeidung von Kalkablagerungen auf der Membranoberfläche erlaubt
eine hohe Aufkonzentrierung (Permeatausbeute) und minimiert daher die
Abwasserkosten. Ein weiterer Vorteil der Umkehrosmose: Entfernung von
Bariumionen, die schon in Spuren schwerlösliche
Bariumsulfatablagerungen verursachen können. Prozess- und Spülwasser Für Prozessbäder und für Spülwasser, z.B. in der
Oberflächenbehandlung von Metallen (Entfettungs- und Phosphatieranlagen)
genügt enthärtetes Wasser oftmals den geforderten Qualitätsansprüchen. |
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