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Ionenaustauschverfahren Die wichtigsten
Verfahren zur äußeren Wasseraufbereitung sind Ionenaustauschverfahren.
Vorwiegend kommen dabei synthetische, organische Ionenaustauscher mit
einer Matrix aus Polystyrol oder Polyacrylat und funktionellen Säure- oder
Basegruppen zur Anwendung. Die funktionellen Gruppen
sind Sulfonsäure -SO3H
Carboxyl-COOH, quartäres Ammoniumhydroxid - NR3OH
oder tertiäres Amin - NR2. An
diesen Gruppen finden die grundlegenden Ionenaustauschreaktionen statt,
die im Folgenden beispielhaft dargestellt werden: a)
"Enthärtung"
durch Natriumionenaustausch mit einem stark sauren Ionenaustauscher in
der Na-Form Matrix - (SO3Na)2 + Ca 2+ = Matrix - (SO3)2 Ca + 2Na+ Bei diesem Vorgang werden sämtliche im Wasser
enthaltenen Kationen gegen
Natriumionen ausgetauscht, Anionen hingegen nehmen am Austauschvorgang
nicht teil. Der Gesamtsalzgehalt und der pH-Wert bleiben daher praktisch
unverändert. Nach Erschöpfung der Austauschkapazität des Harzes muss
eine Regeneration erfolgen, wobei die Austauschreaktion durch Spülung
mit einer Kochsalzlösung umgekehrt wird. b)
Kationenaustausch
mit einem stark sauren Ionenaustauscher in der H-Form Matrix - SO3H + Na+ + H2O = Matrix - SO3Na + H3O+ Hierbei werden sämtliche im Wasser enthaltenen
Kationen gegen Hydroniumionen H3O+ ausgetauscht.
Das Hydrogencarbonat reagiert mit einem Teil der gebildeten
Hydroniumionen zu Wasser und Kohlendioxid bzw. zu Kohlensäure. Die
Konzentration der anderen Anionen bleibt unverändert. Aus Chloriden,
Sulfaten, Nitraten etc. werden folglich Salzsäure, Schwefelsäure,
Salpetersäure etc. Die Regeneration erfolgt mit starken Mineralsäuren,
wie Salzsäure oder Schwefelsäure. c) "Entcarbonisierung" durch Kationenaustausch mit einem schwach sauren Ionenaustauscher in der H-FormMatrix (-COOH)2 + Ca2+ + 2HCO3- = Matrix (-COO)2 Ca+CO2+H2O Der Austauschvorgang läuft prinzipiell ab wie unter Punkt b beschrieben, jedoch können schwach saure Ionenaustauscher keine starken Säuren freisetzen. Der Kationenaustausch läuft daher nur in Gegenwart von Basen ab. Das Hydrogencarbonation HCO3- ist eine Base, aus der die (schwache) Kohlensäure entsteht. Der Austauschvorgang mit Kationen in natürlichem Wasser läuft daher nur im Äquivalent zu der vorhandenen Hydrogencarbonatkonzentration ab. Gleichzeitig wird eine "Entcarbonisierung" erreicht. Die Regeneration erfolgt mit Mineralsäuren (Salzsäure, Schwefelsäure), ist aber prinzipiell auch mit schwachen Säuren (z.B. Kohlensäure) möglich. Der erforderliche Regeneriermittelüberschuss ist erheblich geringer als bei stark sauren Ionenaustauschern.d)
Anionenaustausch
mit einem stark basischen Ionenaustauscher in der OH-Form Matrix
- NR3OH + Cl-
= Matrix - NR3Cl + OH- Bei diesem Vorgang werden sämtliche im Wasser
enthaltenen Anionen gegen Hydroxidionen OH- ausgetauscht,
Kationen hingegen nehmen am Austauschvorgang nicht teil. Aus den
Natrium-, Kalium-, Calciumsalzen etc. werden folglich die entsprechenden
Laugen. Werden Säuren diesem Austauschvorgang unterzogen, entsteht
entmineralisiertes Wasser. Die Regeneration erfolgt mit starken Basen,
wie Natronlauge. e)
Anionenaustausch
mit einem schwach basischen Ionenaustauscher Matrix
- NR2 + H3O+ + Cl-
= Matrix - NR2HCl + H2O Ein schwach basischer Ionenaustauscher kann keine starken Basen freisetzen, folglich läuft ein zu Punkt d analoger Ionenaustausch nur in Gegenwart von Säuren ab, so dass entstehende OH--Ionen neutralisiert werden. Die Anionen schwacher Säuren (die selbst basisch wirken, z.B. Hydrogencarbonat HCO3-, Silikat SiO32-) werden nicht ausgetauscht. Die Regeneration erfolgt üblicherweise mit starken Basen, prinzipiell ist jedoch auch die Regeneration mit schwachen Basen, (z.B. Hydrogencarbonat HCO3-) möglich. Der erforderliche Regeneriermittelüberschuss ist erheblich geringer als bei stark basischen Ionenaustauschern. |
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