Korrekturbehandlungen

Eine Korrekturbehandlung (oder Konditionierung) ist seitens der Verfahrenstechnik im Regelfall am einfachsten durchzuführen. Sie besteht in der Dosierung von Chemikalien zur Veränderung bestimmter Wasserparameter oder Eigenschaften.

Neutralisation

Die Neutralisation ist die am häufigsten durchgeführte Korrekturbehandlung. Dabei wird alkalisches oder saures Abwasser durch pH-Wert-Regelung in Verbindung mit Säure- oder Laugendosierung annähernd neutral (pH 6 bis 9) eingestellt.

Gründe zur Neutralisation von Abwasser:

»         Schutz vor Korrosion in der Kanalisation und an den Kläranlagenbauten,

»         Schutz der Mikroorganismen in einer biologischen Abwasserreinigungsanlage,

»         Schutz der Lebewesen im Vorfluter bei einer Direkteinleitung,

»         Zur Hydroxid-Fällung von Schwermetallen,

»         Zur Entstabilisierung und Flockung von kolloidalen ggf. auch emulgierten Abwasserinhaltsstoffen.

Als Lauge werden üblicherweise Natronlauge, Kalkmilch oder, in Verbindung mit Fällungsreaktionen, auch Sodalösung verwendet. Weniger häufig werden Calciumcarbonat, Dolomit oder Magnesiumhydroxid benutzt. Als Säuren werden Schwefelsäure, Salzsäure oder Kohlendioxid, welches mit Wasser unter Bildung von Kohlensäure reagiert, dosiert. Als kostengünstiges Verfahren zur Neutralisation alkalischen Abwassers ist in den letzten Jahren die Verwendung von Rauchgas entwickelt worden.

Die Dosierung von Säuren oder Basen ist häufig auch Bestandteil von Reinigungsoperationen (Fällen, Entgiftung) und somit nicht als Korrekturbehandlung anzusehen.

Oxidation

Oxidationsverfahren als Konditionierungsmaßnahme sind Belüftung, Ozonbehandlung, Chlorung und Wasserstoffperoxiddosierung. Sie dienen dazu, geringe Mengen an leicht oxidierbaren Stoffen zu beseitigen, z.B. Farbstoffe und geruchsintensive Verbindungen sowie Sauerstoffbindemittel.


[ zurück ]      [ Inhalt ]    [ weiter ]