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Stabilisierung
und Threshold - Aufbereitung Die Bildung einer festen
Phase aus einer übersättigten Lösung bedeutet einen
Kristallisationsvorgang. Dabei ist es für die weiteren Betrachtungen
unerheblich, ob kristallografisch wohl geordnete Teilchen (wie bei
Calcit oder Gips) oder eher amorphe Teilchen (wie bei Eisenoxiden oder
Braunstein) entstehen. Die physikalisch-chemischen
Vorgänge bei der Kristallisation sind außerordentlich komplex,
dennoch soll an dieser Stelle ein kurzer Einstieg in die
Kristallisationskinetik vorgenommen werden, um die prinzipielle
Wirkungsweise der Threshold - Aufbereitung verständlich zu machen. Eine übersättigte Lösung
ist ein Ein-Phasen-System, in unserem Fall flüssig. Sie ist
thermodynamisch nicht stabil, sondern bestrebt, durch Ausscheidung des
betreffenden Lösungsbestandteils in den energieärmeren stabileren
Zustand überzugehen. Dabei muss eine neue, in unserem Fall feste
Phase entstehen, was die Schaffung einer Phasengrenzfläche
fest/flüssig zur Folge hat. Die Überwindung der Grenzflächenspannung
erfordert jedoch Arbeit, so dass als Übergangszustand vorübergehend
ein noch energiereicheres System geschaffen werden muss. Kleine
Teilchen haben im Verhältnis zu ihrer Masse eine relativ große
Oberfläche, so dass gerade diese besonders instabil sind und sich
spontan wieder auflösen müssten (was im Regelfall auch geschieht). Derartige Keime haben eine
so genannte "unterkritische" Größe. Erst wenn diese Keime
eine "überkritische"
Größe erreicht haben, sind sie thermodynamisch stabil und können
weiter wachsen. Man unterscheidet daher in der Kristallisationskinetik
die Vorgänge Keimbildung - Ausbildung von Keimen kritischer Größe -
und Keimwachstum - Vergrößerung der Keime überkritischer Größe. Bedenkt man ferner, dass gelöste
Teilchen sich im Wasser als isolierte hydratisierte Ionen ungeordnet
bewegen und im Kristall einen hohen Ordnungszustand bestehend aus
einer Vielzahl von Teilchen aufweisen, wird deutlich, wie kompliziert,
jedoch auch unwahrscheinlich das Entstehen von Teilchen kritischer Größste
Teilchen An diesem Punkt setzt die
Threshold - Aufbereitung an. Dabei kommen so genannte Threshold -
Inhibitoren zum Einsatz. Dies sind wasserlösliche ionische
Verbindungen mit der Eigenschaft, an der Oberfläche von bestimmten
mineralischen Teilchen stark adsorbiert zu werden. Die Adsorption bewirkt eine
Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit und verhindert, stört
oder verzögert weiteres Wachstum. Bilden derartige Threshold -
Inhibitoren mit Keimen unterkritischer Größe einen
Adsorptionskomplex, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, überkritische
Größe zu erreichen drastisch, was wieder zur spontanen Auflösung führt.
Auf diese Weise können hoch übersättigte wässrige Lösungen von
mineralischen Bestandteilen stabilisiert werden, ohne dass Trübungen
oder Ausfällungen auftreten. Ein weiterer Effekt bezieht
sich auf das Wachstum von Keimen überkritischer Größe. Durch oberflächliche
Adsorption wird das weitere Wachstum verzögert und so stark gestört,
dass sich keine geordneten kristallografischen Oberflächen ausbilden,
sondern unregelmäßig geformte Kristalle entstehen, die die Fähigkeit
zur Verfilzung und Bildung eines festen, harten Belages verlieren. Es gibt
Threshold - Inhibitoren, die besonders geeignet sind die Keimbildung
zu unterdrücken und andere, die vorwiegend das Keimwachstum stören.
In der Praxis werden meistens unterschiedlich wirkende Threshold -
Inhibitoren miteinander kombiniert, um die besten Ergebnisse zu
erzielen. Die
Wirkungsweise einzelner Threshold - Inhibitoren ist spezifisch für
bestimmte schwerlösliche Mineralsalze. So sind z.B. zur Inhibierung
der Calciumcarbonatbildung andere Substanzen wirksam als zur
Inhibierung der Ablagerung von Gips, wiederum andere zur Verhinderung
von Calciumphosphat, Bariumsulfat, Eisenverbindungen etc. |
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