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Elektodeionisation Die Elektrodeionisation
kombiniert zwei bewährte Wasserreinigungstechniken miteinander: die
Elektrodialyse und die Entsalzung (Deionisation) über Ionenaustausch.
Ziel dieser Technik ist es, gelöste Inhaltsstoffe möglichst vollständig
zu niedrigen Kosten in einem kontinuierlichen Prozess zu entfernen.
Die damit erreichbare Reinstwasserqualität liegt bei einer
elektrolytischen Leitfähigkeit < 0,06µS/cm. Der EDI-Prozess verwendet eine Kombination von ionenselektiven Membranen und Mischbettionenaustauscherharzen
(Abb.13), die zwischen zwei Elektroden (Anode(+) und Kathode (-)) eingeschoben
sind. Die Elektroden befinden sich an den Enden des EDI-Moduls. Dieses Verfahren arbeitet
im Unterschied zur Elektrodialyse mit Ionenaustauscherharzen. Diese bilden ein Festbett im
Reinwasserstrom der Reinigungskammer. Im Wasser gelöste Kationen und Anionen werden gegen
Wasserstoff- bzw. Hydroxidionen ausgetauscht. Schwach dissoziierte Verbindungen, wie Bor-,
Kiesel- und Kohlensäure werden mit hohem Wirkungsgrad abgeschieden. Durch das Anlegen eines
elektrischen Gleichstromfeldes zwischen den Elektroden werden die Ionen gleichzeitig entlang
der Harzoberfläche und durch die Membranen in den Konzentratstrom geführt. Dadurch werden
die Ionenaustauscherharze kontinuierlich von beladenen Ionen befreit – ein Gleichgewicht zwischen
Beladung und Regeneration stellt sich ein. Da somit eine Regeneration mit Chemikalien
entfällt, müssen keine infrastrukturellen Vorkehrungen für den Umgang mit gefährlichen, ätzenden
Stoffen und das Lagern von wassergefährdeten Stoffen nach dem Wasserhaushaltsgesetz
(WHG) getroffen werden.
Abbildung 13: Funktionsprinzip der Elektrodeionisation
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Auslegungsdetails
und Betriebsbedingungen Die Größe der Module richtet sich nach der
erforderlichen Reinstwassermenge. Leitfähigkeit maximal 20
µS/cm, Silikatgehalt maximal 300
µg/l, Kohlendioxidkonzentration
maximal 5 mg/l. Bei einer Kombination mit
WAT-Umkehrosmoseanlagen wird salzfreies Speisewasser im 18,2 MOhm
Bereich und ein Kieselsäuregehalt unter 20 µg/l erreicht. Bei einem
regelmäßigen Betrieb der Anlage mit geringen Stillstandszeiten wird
außerdem das Wachstum von Bakterien, Algen und Pilzen vollständig
unterdrückt. In Verbindung mit WAT-RO-Anlagen erreicht man einen
Reinstwasseranteil von bis zu 99 %, bezogen auf die
EDI-Speisewassermenge. Wie aus Abb. 14 ersichtlich wird, teilt sich der
Zulauf EDI in zwei Teilströme, den Speisewasserzulauf und den
Konzentratzulauf. Es entsteht Produkt- und Abwasser. Abhängig vom
EDI-Hersteller kommt ein weiterer Volumenstrom, der
Elektrolytdurchfluss, hinzu. Die Anlage besteht des Weiteren aus:
Abbildung 14:
Fließschema einer Elektrodeionisation Speisewasseraufbereitung für Dampferzeuger Kesselspeisewasser muss bestimmte
Qualitätsanforderungen erfüllen, um Dampferzeuger schadensfrei und
sicher betreiben zu können. Die Anforderungen werden von der Bauart,
dem Betriebsdruck und den Betriebsbedingungen bestimmt. Mit der
zunehmenden Optimierung der Kesselbauarten in Hinsicht auf eine
wirtschaftliche Betriebsweise steigen die Qualitätsanforderungen an
das Speisewasser. Durchlaufkessel, Einspritzkühler zur
Dampftemperaturregelung und in der Regel Umlaufkessel > 68 bar
erfordern salzfreies Speisewasser, das den Anforderungen der TRD 611
entspricht. Die elektrolytische Leitfähigkeit ist dabei auf 0,2 µS/cm
und der Kieselsäuregehalt auf 20 µg/l begrenzt. Die benötigten
Speisewassermengen im Bereich industrieller Produktion sind dabei beträchtlich
und können im Bereich von 10 bis 100 m³/h liegen. Diese
Anforderungen können sicher mit der Kombination RO / EDI eingehalten
werden. Spülwasser für die industrielle
Produktion Mit dem enormen Wachstum der Halbleiterindustrie während der
letzten Jahrzehnte sind der Bedarf an Reinstwasser und die Qualitätsanforderungen
an Spülwasser in der Produktion dramatisch gestiegen. Mit dem
wachsenden Markt für Photovoltaikanlagen wird der Reinstwasserbedarf
für die Solarzellenproduktion weiterhin steigen. Prozesse im Bereich
der Produktion einer Vielzahl von Anlagen und Zubehörteilen, z.B.
optische Geräte oder Geräte zur medizinischen Diagnostik erfordern
ebenfalls Reinstwasserqualität. Die Anforderungen an das Spülwasser
liegen im 18,2 MOhm-Bereich bei einem Silikatgehalt von unter 20 µg/l.
Das mit der Verfahrenskombination RO / EDI produzierte Reinstwasser
entspricht dabei den einschlägigen hohen Qualitätsanforderungen nach
ASTM D5127-99. Reinstwasser in der Produktion von Pharmazeutika Die Elektrodeionisation ist ein
kostengünstiges Verfahren zur Wasserentsalzung bei hohen Qualitätsansprüchen.
Durch eine nachgeschaltete Membranbarriere (Ultrafiltration oder
Umkehrosmose) oder nach Destillation kann das erzeugte Reinstwasser
zur Herstellung von Medikamenten oder Injektionswasser (WFI) verwendet
werden. Damit werden auch die Bedingungen internationaler Standards
(z.B. USP24) eingehalten. Reinstwasser in Laboratorien Chemische und biologische Labors in industriellen und staatlichen Forschungseinrichtungen und in Krankenhäusern haben gewöhnlich hohe Anforderungen an die Reinstwasserqualität. Speziell die Reinstwasseranforderungen für hochempfindliche Geräte in der Spurenanalytik (AAS, ICP, MS, HPLC) und auch bei biomedizinischen Anwendungen erfordern Reinstwasser im 18 MOhm-Bereich. Es können alle drei Qualitäten nach DIN ISO 3696 erreicht werden. Durch die Kombination RO/EDI kann die geforderte Qualität, ggf. mit nachgeschalteter Mikrofiltration oder Destillation kostengünstig eingehalten werden. |
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