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Umkehrosmoseverfahren
Eine zunehmend
wirtschaftlichere und umweltfreundlichere Alternative zu
Ionenaustauschverfahren (da keine Regenerierchemikalien notwendig
sind), auch in Kombination mit diesen, stellt in vielen Fällen die
Umkehrosmose (kurz RO) dar. Das zugrunde liegende Prinzip ist dabei
die Trennung von Lösungsmittel und gelösten Stoffen durch Aufwendung
von Arbeit. Die Arbeit wird dabei in Form von äußerem Druck
(Pumpendruck) aufgebracht, dessen Betrag den osmotischen Druck der
aufkonzentrierten Lösung an der Membranoberfläche überschreiten
muss. Bei üblichen Brunnenwasserqualitäten (Süßwasser) beträgt
der osmotische Druck weniger als 1 bar (105 Pa), bei Meerwasser liegt
dieser bei etwa 20 bar. Der Trennvorgang findet
dabei an speziellen Membranen statt, die die Eigenschaft haben für
das Lösungsmittel (Wasser) durchlässig, für die gelösten
Inhaltsstoffe (in diesem Fall Mineralsalze) jedoch nicht durchlässig
zu sein. Um dem Pumpendruck
standzuhalten, ist die Membrane auf ein entsprechend druckfestes Trägermaterial
aufgezogen. Gebräuchlich sind heute Membranen aus Polyamid,
Polysulfon oder Celluloseacetat. Eine Einheit mit der
Anordnung von Membranen heißt Permeator oder Umkehrosmose-Modul.
Durchgesetzt haben sich Hohlfasermodule und Wickelmodule. Eine Anlage
besteht zumeist aus mehreren Modulen. Das erhaltene Reinwasser heißt
Permeat, die aufkonzentrierte Lösung Konzentrat. Die prinzipielle
Arbeitsweise eines Permeators soll die folgende Skizze verdeutlichen.
Abbildung 9:
Schematische Darstellung der Arbeitsweise eines Permeators Die Reinheit des Permeats und die Durchlässigkeit wird von der Qualität der Membran bestimmt, die Permeatleistung vom Pumpendruck, der Bauart der Module, welche die Membranen enthalten und dem Anlagendesign.
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Anlagen
- Fließschema Wie in nachfolgender Abb. 10 dargestellt, besteht die
Umkehrosmoseanlage aus: 1.
Umkehrosmosemodulen 2.
Gestell
mit Verrohrung 3.
Feinfilter
zum Schutz der Anlage bei trüb- und schwebstoffhaltigem Rohwasser 4.
Druckerhöhung
für den notwendigen Betriebsdruck 5.
Durchflussmessern
für Permeat, Konzentrat und Konzentratrückführung 6.
Leitfähigkeitsmessung
des Permeats 7.
Druckschaltern
zur Eingangswasserdruck- und Permeatdrucküberprüfung (die
Eingangsdrucküberwachung dient zum Schutz der Druckpumpe gegen
Trockenlauf, der Permeatdruck sollte annähernd 0 sein
zum Schutz der Membranen) 8.
Automatikventilen,
Absperrarmaturen, Manometern, Probenahmehähne 9.
Mikroprozessorsteuerung
(optional SPS) Die bei der Umkehrosmose vorhandenen Stoffströme
bestehen aus Einspeisewasser,
Speisewasser
für Kühlkreisläufe Der entscheidende Kostenfaktor bei dem Betrieb von Rückkühlwerken
ist der Verbrauch (die Verschwendung) von Wasser und Abwasser.
Entsalztes Wasser erlaubt einen Betrieb mit hohem Eindickungsfaktor.
Mittels einer Verschneidevorrichtung kann das Speisewasser auf ein
Optimum zwischen Ablagerungstendenz und Korrosivität eingestellt
werden. In geschlossenen Kühlkreisläufen ermöglicht entsalztes
Wasser die korrosionschemisch günstigste Betriebsweise. Speisewasseraufbereitung
für Dampferzeuger Auch beim Kesselbetrieb ist die zu erzielende
Eindickungszahl der entscheidende Kostenfaktor. Die Absalzwassermenge
sollte nicht über 5 - 10 % der Dampfmenge liegen. Entsalztes Wasser
erlaubt nicht nur den Betrieb bei wesentlich höherer Eindickungszahl,
sondern vermeidet auch die Gefahr der Kohlensäurekorrosion im
Kondensatsystem. Autoklavenkreisläufe Entsalztes Wasser lässt sich so einstellen, dass bei
sämtlichen Autoklaventypen eine ablagerungsfreie Betriebsweise
erreicht werden kann. Umkehrosmose
als Vorstufe zur Reinstwassererzeugung Die Umkehrosmose ist ein kostengünstiges
Entsalzungsverfahren. Durch eine nachgeschaltete
Mischbettionenaustauscheranlage, eine zweite Umkehrosmosestufe oder
eine Elektrodeionisationsanlage wird eine Wasserqualität erreicht,
die Reinstwasseranforderungen genügt. Je nach Wahl der
nachgeschalteten Anlage wird eine elektrolytische Leitfähigkeit von
bis zu 0,055 µ/cm erreicht. Prozess-
und Spülwasser Für das Ansetzen von Prozessbädern und für Spülwässer,
z.B. in der Oberflächenbehandlung von Metallen (Dekapier-,
Entfettungs- und Phosphatieranlagen, Chromatierung, Eloxalanlagen,
Galvanikbädern, Vorbehandlung bei Beschichtungen) entspricht
Umkehrosmosewasser den geforderten Qualitätsansprüchen. Trink-
und Sanitärwasser Aus Brunnenwasserqualitäten mit hohem Salzgehalt, Brackwasser oder Meerwasser können (ggf. nach Verschneidung) gute Trinkwasserqualitäten erzeugt werden. |
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